Kirchengemeinde Coppengrave
Capellenhagen Coppengrave Fölziehausen Weenzen

Kirchenvorstand Coppengrave (01.06.2018)

17.06.2018

Kirchenvorstand Coppengrave
Der Kirchenvorstandvorstand der Kirchengemeinde Coppengrave setzt sich aus den gewählten und berufenen Ehrenamtlichen der Mitgliedsgemeinden zusammen. Die Pastoren werden nicht gewählt und sind automatisch "Kraft Amtes" Mitglied im Vorstand:
- Waltraud Basse, Fölziehausen (stv. Vorsitzende)
- Jutta Hansemann, Coppengrave
- Traute Hennemann, Coppengrave
- Friedhelm Hermes, Coppengrave
- Maja Loges, Caprellenhagen
- Dr. Cornelius Meisiek (Pastor)
- Lothar Podszus (Pastor)
- Maren Richter, Weenzen
- Kirsten Türk, Weenzen
- Petra Woscholski, Coppengrave (1. Vorsitzende)

Adressen:
Petra Woscholski
Ringstrasse 6
31091 Coppengrave
Telefon: 05185-957078
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Kirchenvorstand Coppengrave (27.08.2014)

27.08.2014

Kirchenvorstand Coppengrave
Der Kirchenvorstandvorstand der Kirchengemeinde Coppengrave setzt sich aus den gewählten und berufenen Ehrenamtlichen der Mitgliedsgemeinden zusammen. Aus Coppengrave sind Mitglieder:
Jutta Hansemann
Traute Hennemann
Petra Woscholski

Adressen:
Petra Woscholski
Ringstrasse 6
31091 Coppengrave
Telefon: 05185-957078
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Die älteste Siedlung

07.07.2017


Forschungen und Ausgrabungen über das mittelaterliche Töpfereiwesen verdanken wir genauere Informationen über die Coppengraver Ortsgeschichte. So lassen sich älteste Siedlungen bereits im 9. und 10. Jh. nachweisen. Etwa 1000 m nordwestlich der heutigen Kirche, nördliche Krubbenmühle, lag die kleine Ort­schaft Velterdissen. Diese wurde jedoch (von einem kleinen Bereich abgesehen, der noch bis in die 1. Hälfte des 14.Jhs. hineinreichen mag) im Laufe der ersten Hälfte des 13. Jhs. verlassen. Das Verlassen der Siedlung Velterdissen steht im Zusammenhang mit der zweiten Ortsgründung um 1250. Dieser spätmittelalterliche Ort, der etwa im Bereich des Ackers südlich der heutigen Straße "Koppelweg" gelegen hat, war eine kompakte, bäuerliche Siedlung mit für die damalige Zeit relativ hoher Bevölkerungszahl. Dafür spricht auch, daß der Ort damals eine eigene Kapelle hatte. Übrigens hat sich von ihr noch die Flurbezeichnung "Kirchengrund" erhalten. Noch 1927 wurden beim Ziehen eines Wassergrabens Gräber angeschnitten!
In dem mittelalterlichen Ort blühte die Töpferei, ebenso wie in den Nachbarorten Duingen und Hohenbüchen.

In dem archäologisch erschlossenen Bereich lassen sich Gewerbeabfälle (Töpferwaren) und Ofenanlagen aus der Zeit des 13. - 15. Jhs. nachweisen. Dies hat sich gerade durch die letzten systematischen Grabungen unter Leitung von Dr. H.G. Stephan von der Göttinger Universität bestätigt. Im September/Okto­ber 1984 wurde ein Teil des alten Töpferdorfes freigelegt. Dazu die Alfelder Zeitung: "Ein einmaliger Fund läßt die Fachleute aufhorchen .... die ältesten Stücke werden auf den Anfang des 13. Jhs. datiert. Dies sei eine völlig neue Erkenntnis, da die Funde viel weiter zurückreichen, als es schriftliche Quel­len erahnen ließen, meinte Dr. Stephan" (AZ-ALF Nr. 11 v.l.Nov.84)

Die alte Kapelle

07.07.2017

Alte Kapelle kurz vor dem Abriss
Alte Kapelle kurz vor dem Abriss

Eine eigene Kirche besaß der neugegründete Ort zunächst nicht. Noch 1645 wurde in Duingen zur Kirche gegangen, ab 1646 dann nach Hohenbüchen. Es bestand keine selbständige Kirchengemeinde; ab 1718 gehörte man nach Brunkensen. Aber im Jahre 1700 begann man mit dem Bau einer eigenen kleinen Ka­pelle, die dann am 17. Dezember 1701 eingeweiht wurde. Im Schatten der alten Kirchenlinde, die 1956 gefällt werden mußte, hat sie über 200 Jahre den Dorfbewohnern zum Gottesdienst gedient. Die Kapelle bestand aus einem rechteckigen Fachwerksaal, zwei Fenster je Längsseite, unter dem südwestlichen die Tür, ein kleineres Fenster über der Kanzel.
Die Wetterfahne der Kapelle trug die Jahreszahl 1816. An die Ostseite der Kapelle war ein Holzschuppen angebaut. Eine Bronzeglocke wurde 1878 erwor­ben; sie hing in einem besonderen Gerüst neben der Kirche, was die benach­barte Dorfjugend Anlaß zum Spott gab: "Eure Glocke hängst ja im Zwetschenbaum!". Älter noch allerdings ist die Betglocke, die die Inschrift 1678 trägt.

Schüler vor der Kapelle 1897 (Älteste Foto der Kapelle)

07.07.2017

Schüler vor der Kapelle 1897 (Älteste Foto der Kapelle)
Schüler vor der Kapelle 1897 (Älteste Foto der Kapelle)

Schüler vor der Kapelle 1897

07.07.2017

Schüler vor der Kapelle
Schüler vor der Kapelle 1897

Neubau der Kirche

07.07.2017

Hofmaler Adolf Quensen (1851-1911) (Quelle: Dr. Andreas Döring, Braunschweig.)
Hofmaler Adolf Quensen (1851-1911) (Quelle: Dr. Andreas Döring, Braunschweig.)
Diese Kapelle mußte dann der jetzigen Kirche weichen, die in den Jahren 1909/10 errichtet wurde. Im Juni 1909 wurde der Grundstein gelegt. Die Kirche wurde nach Plänen des Geh. Oberbaurats Pfeifer aus Thüster Kalkstein gebaut. Das war eine harte Arbeit: die schweren Steine wurden von Hand behauen und mußten dann aufs Gerüst getragen werden. Die Zimmerarbeiten führte der Kreiszimmermeister Walter aus Eschershausen mit seinen Leuten aus. Die Türen und das Gestühl fertigten die Tischler Kramer und Winsmann aus Coppengrave an. Altar, Kanzel und Taufstein sind aus französischem Sandstein. Die gesamte Vermalung lag in den Händen des damaligen Hofmalers Quensen aus Braunschweig zusammen mit dem Malermeister Rosenbusch aus Brunkensen. Die Orgel (Faber u. Greve, Salzhemmendorf) war gerade noch fertig geworden.

Einweihung der Kirche

07.07.2017

Kirche um 1910
Kirche um 1910
Am Sonntag, dem 18. September 1910, fand die offizielle Einweihung in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste statt. Nach einem Bericht der "Holzmindener Zeitung" war die Kirche überfüllt, so daß sehr viele Festteilnehmer keinen Platz fanden. Pastor Driehorst aus Brunkensen hielt den Gottesdienst, nachdem der Generalsuperintendent Wollemann die Weihansprache über Matth. 11,28 ("Kommet her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid ...") gehalten hatte. Dieser Heilandsruf Jesu steht über der Eingangstür eingemeißelt.

Älteste Foto von der Kirche

07.07.2017

Schüler vor der Kirche 1910 (Älteste Foto von der Kirche)
Schüler vor der Kirche 1910 (Älteste Foto von der Kirche)
Schüler vor der Kirche 1914
Schüler vor der Kirche 1914

Innenraum der Kirche

07.07.2017

Innenraum der Kirche
Innenraum der Kirche
Beachten Sie die Fayancevasen auf dem Altar und den Spruch über der Kanzel.

Fayencevasen

07.07.2017

Fayensevasen: Heute im Stadtmuseum Alfeld in der alten Lateinschule
Fayensevasen: Heute im Stadtmuseum Alfeld in der alten Lateinschule
Fayencen oder Majolike sind Malereien auf Tonplatten und –gefäßen bzw. Nachahmungen von Porzellan. Nach dem ersten Brand bis etwa 1100°C kamen die Stücke in ein bad von geschmolzenem Sand, Pottasche, Blei und Zinn. Beim folgenden, etwas schwächeren Brand bildete sich die deckende weiße Zinnglasur. Die vorher mit dem Pinsel aufgetragenen Farben drangen dabei in die Glasur ein. Steingutwaren und Porzellan verdrängten im 19.Jh. die Fayencen. (Quelle: Heimatmuseim Alfeld)
Die zwei Fayencevasen, die früher in der Coppengräver Kirche standen, sind vor vielen Jahren an die Stadt Alfeld verkauft worden und können heute im Stadtmuseum Alfeld in der alten Lateinschule in der Dauerausstellung besichtigt werden.

Engel

07.07.2017

Engel
Engel
Unter den Besuchern hat damals (1910) sicher auch die kleine Schülerin gesessen, deren Porträt in dem vorderen Feld der wuchtigen Kanzel als Engel, die Gottesbotschaft sagend, gemalt ist. "Das damals achtjährige Kind wurde die spätere Ehefrau Bertha Jörns geb. Pahland, deren Bruder noch heute in Coppengrave lebt und es mir erzählte; sie selbst ist längst tot"(so H.M. Buttler in der AZ, 18.4.1970).

Eingangsportal

07.07.2017

Eingangsportal
Eingangsportal
Erst vor wenigen Jahren wurde er durch eine Spendenaktion, bei der je ein Gemeindemitglied eine "Patenschaft" für je einen Buchstaben übernehmen konnte, mit Goldfarbe einladend leuchtend nachgezeichnet.

Kirchenlinde

07.07.2017

450 Jahre alte Kirchenlinde
450 Jahre alte Kirchenlinde
Vor der Kapelle und der Kirche stand über 450 Jahre eine Kirchenlinde.
Die Kirchenlinde musste nach geschätzten 450- 500 Jahren am 18.9.1958 gefällt werden.
Fällung der Kirchenlinde am 18.9.1958
Fällung der Kirchenlinde am 18.9.1958

Renovierung nach 60 Jahren

07.07.2017

Nach 60 Jahren war dann eine Renovierung erforderlich. Jedoch sollte der Kirchenraum aus denkmalpflegerischen Gründen seinen Gesamtcharakter behalten. Weil aber der Kirchenvorstand keine dunkle Kirche wollte, sondern helle Farben wünschte, schloß man schließlich einen Kompromiß: das Kirchenschiff wurde hell gestrichen (Denn schließlich ist der Kirchenraum ja kein Museum, sondern Versammlungsort der Gemeinde), Fensternischen, Deckenbalken und Zierleisten wurden aufgefrischt. Die Malerei im Altarraum (Apsis) jedoch blieb erhalten und wurde vom Kirchenmaler Nauwald aus Holzminden in mühevoller Kleinarbeit gereinigt und konserviert. Eine besondere Kuriosität ist ein Wandfries mit 42 Hirschen, die nach einer Schablone einst gemalt waren. Offensichtlich sollen sie den Betrachter auf den Psalm 42 hinweisen ("Wie der Hirsch schreit nach frischen Wasser") wie Superintendent Hafermann bei der Feierlichen Wiedereinweihung der renovierten Kirche am 4. April 1970 meinte. - Es wäre interessant, auch die übrigen symbolischen Bilder zu deuten. Vielleicht gelingt es, im Stadtarchiv in Braunschweig Pläne aus dem Nachlaß des 1933 verstorbenen Oberbaurats Pfeifer aufzutreiben.

Namensgebung

07.07.2017

Kurz vor der 75 Jahr Feier der Coppengräver Kirche überlegten Pastor Makarowski und der Kirchenvorstand, ob unsere Kirche nicht einen Namen erhalten sollte. 1985 bewegten die Themen Frieden, Umwelt und Asyl, die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung die Gemeinde. Pastor Makarowski schlug den Namen St. Franziskuskirche vor. Der Kirchenvorstand stimmte zu. Franz von Assisi war ein Mensch, der die Schöpfung und den Frieden liebte. Der Name wurde durch das Landeskirchenamt – unter Zurückstellung einiger Bedenken – genehmigt. Über die Bedenken können wir nur spekulieren. Unsere St. Franziskuskirche ist bis heute die einzige Kirche mit diesem Namen in unserer Landeskirche. Auch das Kirchensiegel wurde geändert und enthält jetzt einen Hirsch.
In einem Festgottesdienst wurde die Kirche vom Kirchenvorsteher Herr Hermes auf den Namen St. Franziskuskirche getauft.

Sanierung nach 100 Jahren

07.07.2017

Schäden am gesamten Sockel
Durch aufsteigende Feuchtigkeit zeigen sich Schäden an der Wandmalerei der 42 Hirsche. Durch Spenden der Gemeindemitglieder konnten einige Maßnahmen eingeleitet werden. Seit 2007 werden Maßnahmen eingeleitet, um die Wandmalerei zu erhalten. Zur 100 Jahr Feier konnten die Wandmalerei restauriert werden. Weitere Maßnahmen zur dauerhaften Sanierung sind erforderlich. Ebenfalls müssen die farbigen Fenster saniert werden.
Fenster
Beschädigung am Fenster